Der Patient als Quelle: Medikamentenentzug während der Autoanamnese

Der Patient als Quelle: Medikamentenentzug während der Autoanamnese
Krankenhäuser und Kliniken können Informationen über die Medikamenteneinnahme von Patienten auf verschiedene Weise sammeln - über Apotheken (unabhängig davon, ob der Zugang über den LSP erfolgt) oder über Überweisungen von Hausärzten. Diese Informationen müssen jedoch häufig noch mit dem Patienten selbst abgeglichen werden.
Wendy Enthoven - Medizinische Leiterin (Allgemeinmedizinerin, np) bei ConsultAssistent erklärt, wie der Patient in diesem Prozess eine wichtige Rolle spielen kann:
Wenn Patienten ihre Medikamenteneinnahme im Voraus durch eine Autoanamnese melden, bietet dies mehrere Vorteile:
✅ Aktuelle Informationen - Die Patienten geben ihre aktuelle Medikation an, einschließlich derjenigen, die sie kürzlich begonnen oder gerade abgesetzt haben, was in den verfügbaren Systemen (noch) nicht immer sichtbar ist.
✅ Verstehen der Einnahme und der Therapietreue - Wenn Sie fragen, was die Patienten tatsächlich einnehmen, erhalten Sie ein realistisches Bild. Nehmen wir zum Beispiel die Verwendung von Inhalations- oder Schmerzmitteln: Die Praxis weicht manchmal von der Verschreibung ab.
✅Selbstmedikation -Viele Patienten verwenden Medikamente, die sie selbst in der Apotheke kaufen, wie Schmerzmittel, Antazida oder Nahrungsergänzungsmittel. Diese sind keineswegs immer registriert, können aber die Behandlung beeinflussen oder Wechselwirkungen verursachen. Daher ist es wichtig, auch diese Informationen anzugeben.
✅ Ruhe und Vollständigkeit -Da die Patienten die Autoanamnese zu Hause in Ruhe ausfüllen, haben sie Zeit, die Medikamente mit den beigefügten Schachteln oder Wochenblättern nachzuschlagen. Dies erhöht die Vollständigkeit und Genauigkeit der Informationen.
✅ Bessere Kommunikation und Engagement - Die Frage nach der Medikamenteneinnahme zeigt, dass wir den Patienten als Partner im Pflegeprozess sehen. Es stärkt die Beziehung und das Vertrauen.
Eine sorgfältig erhobene Autoanamnese ist kein Ersatz für Systeme wie das LSP, sondern eine wertvolle Ergänzung. Denn wer weiß besser, was täglich eingenommen wird, als der Patient selbst?
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